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Königliches Athenäum Eupen

Athénée Royal d'Eupen

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Theaterbesuch in Aachen der Klassen 6D51, 52, 62 "Die Physiker"

100 Minuten, um uns Schüler nachdenklich zu machen

Nichts ahnend tritt man in den Vorstellungraum, sucht sich seinen vorgegebenen Sitzplatz und setzt sich hin. Das Erste, was mir auffällt, ist, dass die Sitzreihen nicht für überdurchschnittlich große Menschen konzipiert sind: Meine Knie haben daher keinen beziehungsweise nur sehr wenig Platz.

physiker

Vor Beginn des Stückes wird uns mitgeteilt, dass der Schauspieler, welcher Albert Einstein spielen sollte, krankheitsbedingt nicht auftreten könne und deshalb ein Schauspielerkollege einspringe. Das kann ich nicht als Nachteil empfinden, weil ich keinen Vergleich zwischen den Schauspielern ziehen kann. Vielleicht hätte Karsten Meyer die Rolle durch gewisse Erfahrungswerte besser verkörpert, aber dies ist nur eine Vermutung.

Das Zweite, was mir auffällt, ist eine immense achtstufige, gepolsterte, blaue Treppe mit einem aufgesprühten Leichenumriss, die fast die gesamte Bühne einnimmt. Ich erahne nicht, was dies soll, doch bei Beginn der Vorstellung wird es ersichtlich. Die Schauspieler benutzen die Treppe, um auf ihr, während sie von ihr herunterspringen oder einfach herunterrutschen, das Stück vorzutragen. Den Schauspielern wird so einiges abverlangt: Das Hinuntersteigen und die Tatsache, auf der hinteren Seite der Treppe immer wieder hinaufklettern zu müssen, erfordert schon ein gewisses Maß an Kondition und Sportlichkeit.

Unserer Deutschklasse und einem großen anderen, zum Teil recht jungen Publikum wird die Geschichte des J.W. Möbius erzählt. Er sowie E.H. Ernesti alias Albert Einstein und H.G Beutler alias Newton spielen die Verrückten im Irrenhaus, um die Welt vor Möbius´ Weltformel zu schützen. Alle drei sind in psychischer Hinsicht topfit und stellen sich zum Schein verrückt. Zwar sind Ernesti und Beutler Geheimagenten zweier verfeindeten Geheimdienste, die die Weltformel stehlen sollen, stellen sich aber später auf Möbius´ Seite, um die Welt zu schützen. Alle drei begehen jeweils einen Mord an ihrer Krankenschwester, um ihre wahre Identität zu schützen. Jedoch kann sich die wirklich verrückte Irrenärztin Fr. Dr. Mathilde von Zahnd, welche zunächst normal zu sein scheint, die gesamten Arbeiten von Möbius aneignen, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Verlauf der Vorführung purzeln die Schauspieler immer wieder die blaue Treppe herunter. Am Anfang wirkt es durchaus skurril, aber wenn man sich einmal darauf einlässt, ist es recht amüsant. Gut gefallen haben mir vor allem die Schauspieler. Man merkt, dass sie ihre Rollen vollkommen ausfüllen. Die mit Abstand amüsantesten Figuren sind in meinen Augen die Oberschwester Marta Boll und der Missionar Oskar Rose, beide gespielt von Marco Wohlwend. Außerdem finde ich, dass es eine großartige Leistung der Schauspieler ist, derartig wandlungsfähig zu sein, da sie zum Teil mehrere Rollen spielen.

Der Regisseur Christian von Treskow hat das Werk von Friedrich Dürrenmatt sehr schrill dargestellt, sodass niemand während der Vorstellung unaufmerksam ist. Das Publikum ist hellwach und wird oft zum Lachen gebracht. Die Botschaft, die uns Friedrich Dürrenmatt schon 1962 vermitteln wollte, ist zwar schon über ein halbes Jahrhundert alt, aber dafür umso populärer und wichtiger.

Das 100-minütige Theaterstück von Christian von Treskow zeigt viel Abwechslung. Mal sind die Protagonisten ruhig und besonnen, mal sind sie aufgeregt und laut. Die phantasievolle Kostümierung der Schauspieler bringt auch nochmals viel Komik in die Geschichte. Man kann nie sicher sein, was als Nächstes kommt...

 

Jan-Elias GYO, 6D62 

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