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KAE
- 2. Bestimmung Sozialwissenschaften |
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Fachlehrer : Rolf KAMMLER |
Umfrage über Einstellungen der Schüler(innen) der 4 weiterführenden Schulen Eupens zur |
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PRESSESCHAU |
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GRENZ-ECHO - Eupener Land - 30.1.2003 |
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Fünfte
euregionale Gedenkfeier des Arbeitskreises »Grenzenlos« |
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In einer
Feierstunde präsentierten verschiedene Schulklassen der Euregio ihre
Projektarbeiten zum Thema »Damals verfolgt – heute vergessen?«. So
lautete der Titel des Schulwettbewerbs, den der Arbeitskreis
»Grenzenlos« seit mehreren Jahren organisiert. Wie vielseitig sich eine Feier zu einem Thema wie »Verfolgung und Ermordung« gestalten lässt, davon konnten sich zahlreiche interessierte Bürger überzeugen. Für die Gestaltung des Programms waren dabei die verschiedenen Schülergruppen verantwortlich. Sie unternahmen den Versuch, aus ihrer gegenwärtigen Perspektive die Ereignisse des Dritten Reichs darzustellen und sie auf ihre ganz eigene Art und Weise aufzuarbeiten. Die Klasse 34 der Pater-Damian-Schule tat dies zum Beispiel mit einem fünfminütigen Theaterstück unter dem Titel »Die verlorene Chance«. Hintergrund war die Verfolgung und Ermordung behinderter Menschen während der Naziherrschaft. Dass die Diskriminierung von behinderten Mitmenschen auch heutzutage noch eine nicht zu unterschätzende Problematik darstellt, ließ sich in der Aufführung bestens erkennen. Auch die anwesenden Vertreter verschiedener Opfergruppen der NS-Verfolgung zeigten sich von der Aufführung beeindruckt. Neben Juden und ehemaligen Widerständlern wohnten auch Roma und Sinti sowie Homosexuelle der Feierstunde bei. Ein Musikerduo der Roma und Sinti sorgte mit traditionellen Liedern sogar für die musikalische Komponente der Feier. Im Anschluss präsentierten zwei Schulklassen aus dem Aachener Raum die Ergebnisse ihrer Projekte. Sie waren der weit verbreiteten Annahme, dass es in der Gegend keine Zwangsarbeiter gegeben haben soll, auf den Grund gegangen und konnten entsprechende Formulare vorweisen, die das Gegenteil bewiesen. Dies war ihnen in zehn unterschiedlichen Fällen gelungen, wobei sie nun den Versuch unternehmen wollen, den noch lebenden Zwangsarbeitern möglicherweise zu Entschädigungszahlungen zu verhelfen. |
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Äußerst nachdenklich und traurig stimmte der daran anknüpfende Vortrag über die Verfolgung der Roma und Sinti während der NS-Herrschaft. Neben erschreckendem Zahlenmaterial sorgten vor allen Dingen die Schilderungen von Netty Drooghaag-Bütz, Überlebende des KZ Ravenbrück, für tiefe Betroffenheit unter den Anwesenden. Dass rechtsextremes Gedankengut auch heute noch in den Köpfen vieler Menschen steckt, darüber klärte eine empirische Studie der sozialwissenschaftlichen Klasse des Kgl. Athenäum Eupen auf. Unter dem provokativen Titel »Bist du auch ein Nazi?« präsentierten die Schüler die erschreckenden Ergebnisse ihrer Umfrage. Eine Aachener Klasse des Anne-Frank-Gymnasiums zeigte zum Schluss anhand einer Stadtkarte die Geschäfte Aachener Juden, die der Arisierung, also der jüdischen Enteignung durch die Nationalsozialisten, zum Opfer fielen. Abschließend zeigten sich nicht nur der Arbeitskreis »Grenzenlos«, sondern auch die teilnehmenden Opfergruppen mit den Präsentationen der Feierstunde zufrieden. In gemütlicher Runde bot sich den Schülern dann noch die Gelegenheit, mit den anwesenden Zeitzeugen auszutauschen und weitere Anregungen zu erfahren. Das Ziel der Veranstalter, gegen das Vergessen der historischen Ereignisse zu kämpfen, dürfte an diesem Abend in ansehnlicher Form gelungen sein. Quelle: http://www.netecho.info/schlagzeilen/default_archiv.asp?a={93E86577-1B5C-45D0-877A-EE6EAD0900C6} |
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GRENZ-ECHO - Eupener Land - 23.1.2003 |
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Der 27.
Januar ist Gedenktag aller Opfer der Nazidiktatur / Feierstunde im BRF |
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Am 27.
Januar jährt sich zum 58. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers
Ausschwitz. Stellvertretend wird dieses Datum seit Mitte der 80-er
Jahre als Gedenktag für alle Opfer des NS-Regimes begangen. In erster Linie sind es jedoch die Schüler der Euregio, auf deren
Mitwirken die anstehende Veranstaltung angelegt ist. Sie sollen in
ihren jeweiligen Klassen unterschiedliche Projektarbeiten starten, die
sich mit der Problematik der NS-Verbrechen auseinandersetzen. |
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Schüler und Zeitzeugen Dabei geht es den Verantwortlichen nicht nur einfach um die bloße
Auseinandersetzung mit der auch heute noch aktuellen Problematik.
Ebenso soll ein Dialog zwischen den Schülern und Zeitzeugen
hergestellt werden, was möglicherweise zu einem gegenseitigen
Voneinanderlernen führen kann. Aus diesem Grunde werden auch die
verschiedensten Opfergruppen der NS-Verfolgung an der Gedenkfeier, die
im Funkhaus des BRF stattfinden wird, teilnehmen. Hierzu zählen nicht nur Juden und Widerständler. Ebenso werden
Roma und Sinti, Homosexuelle und Zeugen Jehovas ihre Erfahrungen und
Erlebnisse darlegen. Unterschiedliche Erfahrungen Der Arbeitskreis »Grenzen-los«, dem auch die Volkshochschulen der
Ostkantone und Aachens angehören, sieht sich als Organisator der
Veranstaltung daher auch eher als Vermittler zwischen den
Generationen. Er möchte weniger die alleinige Leitung und
Durchführung der Veranstaltung übernehmen, sondern vielmehr
Anregungen geben und Kontakte mit den Zeitzeugen knüpfen. »Wir wollen die Jugendlichen für diese Thematik sensibilieren und
ihnen auch gleichzeitig bewusst werden lassen, dass die
diesbezüglichen Erfahrungen in den unterschiedlichen Gebieten der
Euregio relativ unterschiedlich sind«, erklärt Herbert Ruland,
Projektleiter an der Volkhochschule der Ostkantone, auf die
internationale Zusammenarbeit angesprochen. Der euregionalen Komponente misst man im Rahmen dieser Aktion also
eine überaus große Bedeutung zu. Wenn sich auch in diesem Jahr keine
wallonischen und niederländischen Schülergruppen finden ließen, so
ist man doch überzeugt, in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet
Fortschritte erzielen zu können. Was die unterschiedlichen Projektarbeiten der sechs teilnehmenden
Schulklassen angeht, so gaben Herbert Ruland und sein Kollege von der
VHS Aachen, Winfried Casteel, schon einige Informationen vorab preis. Erschreckende Ergebnisse So wird eine Klasse der Pater-Damian-Schule Eupen ein kleines
Theaterstück zur Problematik der Behindertenverfolgung und -ermordung
während des »Dritten Reichs« präsentieren. Des Weiteren auch noch
ein Vortrag zur damaligen Lage und Situation der Roma und Sinti. Ebenfalls aus Eupen nimmt eine Abiturklasse des Kgl. Athenäum an
der Gedenkfeier teil. Die Schüler haben bereits im Sommer eine
empirisch fundierte Umfrage an allen Eupener Sekundarschulen zum Thema
Rechtsradikalismus durchgeführt, deren erschreckende Ergebnisse sie
im Rahmen der Feier vorstellen werden. Darauf basierend haben sie
zusätzlich didaktisches Material entworfen, das zur Aufklärung der
NS-Verbrechen weiteren Schulklassen nützlich sein soll. Hierzu
gehört auch ein Plakat, welches den provokativen Titel »Bist du auch
ein Nazi?« trägt und demnächst in allen Schulen aufgehängt werden
soll. Neben den zwei ostbelgischen Teilnehmern werden weitere vier
Schulklassen ihre ebenso spannenden und interessanten
Arbeitsergebnisse präsentieren. Alle interessierten Bürger und
Bürgerinnen sind zur Gedenkfeier in den Räumlichkeiten des
BRF-Funkhauses recht herzlich eingeladen. Quelle: http://www.netecho.info/schlagzeilen/default_archiv.asp?a={39ECCBAE-49A0-44BF-A86D-18C87C0C5D11} |
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GRENZ-ECHO - Eupener Land - 31.5.2002 |
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Meinungsumfrage
zu Fremdenhass an Eupener Schulen |
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Fremdenhass und Verharmlosung rechtsradikaler Gewalt. Wie stehen Eupens Schüler dazu, wollte die 6. Klasse Sozialwissenschaften am Königlichen Athenäum wissen und startete eine Umfrage. »Wir sind schockiert«, hieß es bei der Vorstellung des Projektergebnisses. Über das Projektthema waren wir uns schnell einig, erzählt Rolf Kammler, Lehrer für Geschichte, Sozialwissenschaften und Psychologie. »Fremdenfeindlichkeit erleben wir täglich«, verrät eine Schülerin. Im Bus werden ausländisch aussehende Kinder von Jugendlichen belästigt. In der Disco und bei Feten sind glatzköpfige Jugendliche in Bomberjacken gleich scharenweise vertreten. »Oft können wir nichts anderes tun als diese Typen ignorieren oder weglaufen«, so die hilflose Bemerkung einiger Schüler. Etwas gegen Fremdenhass und rechtsextreme Tendenzen unternehmen, lautete die Motivation. Zunächst ging es darum, eine Grundlage zu schaffen. »Wir wollten wissen, wo wir dran sind bei den Jugendlichen in nächster Nähe«, sagt Rolf Kammler. |
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Streng wissenschaftlich gingen die Projektmacher an die Arbeit. Schüler der Klassen 10 bis 12 des Kgl. Athenäums Eupen, der Pater-Damian-Schule, des Robert-Schuman-Instituts und Lehrlinge an der Berufsschule im ersten und zweiten Ausbildungsjahr wurden ausgesucht. Jeder fünfte Sekundarschüler in Eupen erhielt einen Fragebogen, »also eine ziemlich repräsentative Umfrage«, versichert Rolf Kammler. Ideen für den Fragebogen wurden einer ähnlichen Aktion am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Pulheim entliehen. »Bist du auf deine Staatsangehörigkeit stolz?« heißt es im Fragebogen. Mit »Ja« antworteten Dreiviertel der Schüler. Genauso viel Zustimmung erhielt die Aussage »wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben«. |
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Das
sei vielleicht noch gar nicht so erschreckend, finden die
Meinungsforscher, die mit wirklich drastischen Aussagen von Eupener
Schülern konfrontiert wurden.
»Die Politik Hitlers und des Nationalsozialismus hatte auch ihre
guten Seiten« glauben immerhin mehr als 22 Prozent. »Ehepartner der
Ausländer sollten grundsätzlich eigene Landsleute sein« meinen fast
19 Prozent der Befragten. »Belgien ist inzwischen durch die vielen Ausländer überfremdet«
glaubt die Hälfte aller befragten Schüler. Rund Dreiviertel sind
überzeugt: Viele Ausländer nutzen unser Sozialsystem aus. Mehr als
ein Drittel kommt zu dem Ergebnis: Gewalt gegen Ausländer ist
manchmal berechtigt. Als »erschreckend« bezeichnen die Projektmacher das Resultat
ihrer Studie. Gemeinsam mit einer Psychologin haben sie die Gründe
und Auslöser für Fremdenhass erforscht. Meist sei es Angst, das
eigene Minderwertigkeitsgefühl, und ganz oft fehlende oder falsche
Information. So schätzten die meisten Befragten den Ausländeranteil
in Belgien auf weit über 20 Prozent. Tatsächlich liegt er bei nicht
mehr als neun Prozent. Wenig überrascht ist der Historiker und Sozialwissenschaftler
Herbert Ruland von dem Ergebnis der Studie. Was Lehrer, Eltern und
auch Schüler schon immer wussten, sei endlich mit Fakten belegt.
»Eine großartige Studie, die unter wissenschaftlichen Kriterien
erstellt wurde«, gratulierte er dem Projektteam. »Schule kann nicht alles leisten, das Elternhaus ist fragt«,
bemerkte Dr. Ruland. Dennoch sein eindringlicher Appell an die
Schulen: sich noch mehr damit beschäftigen, was zurzeit des
Naziregimes in der eigenen Region war. Unterrichtsmaterial könne die
VHS besorgen, auch Filme und Zeitzeugen. Die Schulleiter aller an der
Umfrage beteiligten Schulen waren zur Präsentation der Ergebnisse
erschienen. Ihre Bitte an das Projektteam: Welchen Rat könnt ihr uns
geben? Diese Bitte konnten die Schüler auf Anhieb erfüllen. Themen,
wie Ausgrenzung, Fremdenhass, Gewalt und Intoleranz bereits in den
unteren Klassen behandeln, so ihr Vorschlag. »Schon bei der kleinen Anmache auf dem Schulhof, bei Mobbing und
Ausgrenzung sollte die Schule reagieren«, wünscht sich eine
Schülerin. Lehrer sollten sich mehr einmischen, wünschen sich die
Schüler, und sie sind überzeugt: wenn mehr Eupener Schulen gemeinsam
ein Thema anpacken, lässt sich mehr bewirken. Quelle: http://www.netecho.info/schlagzeilen/default_archiv.asp?a={73D3D971-117A-46FC-908C-479696551DA7} |
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